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Warum Unternehmen in die Mitarbeiterbindung investieren sollten

Der Fachkräftemangel war ursprünglich eine Erscheinung, die in früheren Zeiten hauptsächlich in Entwicklungsländern in Erscheinung getreten ist. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage hatten Unternehmen nicht die Möglichkeit, ihren Arbeitgebern berufliche Perspektiven zu bieten, weshalb vermehrt Arbeitnehmer abwanderten. Heute ist der Fachkräftemangel längst auch in Deutschland angekommen und betrifft vor allem hochqualifizierte Bereiche wie das Ingenieurwesen oder die Informationstechnologie. Aber auch die Pflege- und Handwerkbranche klagt zunehmend über einen voranschreitenden Fachkräftemangel.

Die Arbeitgeberattraktivität ist eine wesentliche Voraussetzung, um Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Warum diese für Arbeitgeber eine wesentliche Rolle spielen und welche Maßnahmen den Unternehmen zur Verfügung stehen, wollen wir Ihnen in diesem Artikel darstellen.
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Eine Definition
Der Begriff Arbeitgeberattraktivität ist eng mit dem Begriff Employer Branding verwoben. Employer Branding umfasst alle Marketingmaßnahmen, die das Ziel verfolgen, Bewerber von dem eigenen Unternehmen zu überzeugen und bestehende Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Bewerber sollen gezielt angesprochen und dazu bewegt werden, sich bei dem jeweiligen Unternehmen zu bewerben.

Mit Arbeitgeberattraktivität wird hingegen die Anziehungskraft des eigenen Unternehmens auf externe und interne Mitarbeiter bezeichnet. Je besser sich ein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber positionieren kann, desto höher ist auch die Anziehungskraft auf potenzielle und bestehende Mitarbeiter.

Warum ist die Mitarbeiterbindung wichtig?
Wir leben in einer Arbeitswelt, die bereits von einem intensiven Fachkräftemangel heimgesucht wird. Sind Mitarbeiter unzufrieden, wirkt sich das unmittelbar auf das Unternehmen aus. Während die einen bereits innerlich gekündigt haben, ergreifen andere die Flucht. Beide Varianten wirken sich negativ auf die Entwicklung des Unternehmens aus.

Haben Mitarbeiter bereits innerlich gekündigt, können sie nicht die Leistung erbringen, die bei zufriedenen Mitarbeitern festgestellt werden kann. Kehren Mitarbeiter dem Unternehmen sogar ihren Rücken zu, können enorme Kosten entstehen. Die Stelle muss von der Personalabteilung neu ausgeschrieben werden, es müssen Vorstellungsgespräche geführt und ein geeigneter Kandidat ausgewählt werden. Unter Umständen muss sogar ein Headhunter engagiert werden, der hohe Kosten verursacht.

Während des gesamten Bewerbungsprozesses geht wertvolle Zeit verloren. Die Arbeiten müssen von anderen Mitarbeitern übernommen werden, wodurch die Stammbelegschaft zusätzlich belastet wird. Anschließend muss der neue Mitarbeiter eingearbeitet werden. In dieser Phase wird die Stammbelegschaft in der Ausführung ihrer eigentlichen Tätigkeiten beeinträchtigt. Zudem ist es zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher, ob sich der Aufwand wirklich gelohnt hat. Trotz Headhunter oder Mitarbeitersuche kann es passieren, dass der Arbeitnehmer nach kurzer Zeit das Unternehmen wieder verlässt. Damit beginnt die Mitarbeitersuche von vorne und die Kosten steigen weiter in die Höhe.

Positive Auswirkungen
Die erste Konsequenz, die sich aus einer höheren Mitarbeiterbindung ergibt, ist eine geringe Fluktuation. Denn: zufriedene Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren können, fallen weniger durch Fehlzeiten aus, wodurch die Produktivität des Unternehmens nachhaltig gesteigert werden kann. Haben Mitarbeiter zudem direkten Kontakt zu Kunden und gelingt es ihnen, eine Bindung zu Kunden aufzubauen, wird damit gleichzeitig auch die Kundenzufriedenheit gesteigert.

Mitarbeiter, die sich an ihrem Arbeitsplatz rundum wohlfühlen, sind in der Lage, höhere Leistungen zu erbringen als solche, die sich nicht mit dem Arbeitsplatz identifizieren können. Durch leistungsfähige Mitarbeiter kann sich das Unternehmen weiterentwickeln und sich auf dem Markt gegenüber Konkurrenten durchsetzen. Außerdem wirkt sich dies positiv auf das Betriebsklima aus.

Welche Maßnahmen können von Arbeitgebern ergriffen werden?
Anschließend möchten wir die wichtigsten Maßnahmen vorstellen, die von Unternehmen eingesetzt werden können, um mehr Zufriedenheit im Betrieb zu erreichen. Unterschieden wird hier zwischen den monetären und den nicht-monetären Anreizen.

Die Sachbezugskarte
Unter den zahlreichen Möglichkeiten, Mitarbeiter zu belohnen, wird immer häufiger auch die Sachbezugskarte eingesetzt. Darunter wird eine Kreditkarte für Arbeitgeber verstanden, die aufgeladen werden kann. Bewegen sich diese Sachbezüge innerhalb eines monatlichen Rahmens von bis zu 44 Euro, sind diese sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Mitarbeiter abgabenfrei. Bei anlassbezogenen und persönlichen Zuwendungen liegt die Grenze bei 60 Euro. Die Kreditkarte ist ein wertvolles Mittel, um besondere Leistungen der Mitarbeiter zu honorieren.

Sonderzahlungen
Sonderzahlungen sind eine weitere Möglichkeit im monetären Bereich, um den Mitarbeitern Anerkennung zuteilwerden zu lassen. Meist werden Sonderzahlungen gewährt, wenn besondere Leistungen durch einmalige, aber höhere Zahlungen belohnt werden sollen.

Neben diesen monetären Anreizen sollten von Unternehmen aber auch nicht-monetäre Maßnahmen ergriffen werden, um Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Zu diesen Maßnahmen zählen besonders:

Betriebliche Gesundheitsmaßnahmen
In unserer Leistungsgesellschaft spielen zentrale Aspekte wie gesunder Lebensstil, Nachhaltigkeit und sportliche Betätigung eine immer größere Bedeutung. Von Unternehmen wird in dieser Hinsicht ein ganzheitlicher Ansatz erwartet. Die Förderung spezifischer Maßnahmen wird von Arbeitnehmern gerne gesehen und als Zeichen von Wertschätzung bewertet. Neben gesundheitlichen Maßnahmen wie die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio, Yoga-Kurse und Rückentraining werden auch gerne Programme angeboten, die sich positiv auf Schlafstörungen und die Stressbewältigung auswirken.

Flexible Arbeitszeiten und Betreuungsangebote
Damit Mitarbeiter sich auch weiterhin um Kinder kümmern oder die Pflege von Angehörigen übernehmen können, sollten Unternehmen den Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten anbieten. In Betrieben, wo es möglich ist, wird vermehrt auf das Homeoffice gesetzt. Auf diese Weise können Mitarbeiter nicht nur ihre beruflichen, sondern auch ihre privaten Verpflichtungen perfekt unter einen Hut bringen.

Kindergartenplätze sind für viele Eltern schwer zu bekommen. Oft scheitert ein Arbeitsverhältnis daran, dass kein Kindergartenplatz verfügbar ist. Einige Unternehmen kooperieren mit Kindergärten und bieten den Mitarbeitern Kindergartenplätze für ihre Sprösslinge an. Zudem werden diese Plätze oft gefördert und sind günstiger, als dies bei öffentlichen Einrichtungen der Fall ist.

Aufstiegschancen und Weiterbildungsmaßnahmen
Ein Unternehmen profitiert vor allem von Mitarbeitern, die sich aktiv in das Unternehmen einbringen können. Können Mitarbeiter ihre Fähigkeiten optimal entfalten, werden die Arbeitnehmer dem Unternehmen auf lange Sicht treu bleiben. Damit die Zufriedenheit aufrechterhalten bleibt, brauchen die Mitarbeiter kontinuierlich neue Herausforderungen, neue Aufgabenfelder und höhere Kompetenzen. Das wirkt sich nicht nur auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter positiv aus, sondern steigert auch ihr Selbstwertgefühl.

Damit von Mitarbeitern auch stetig neue Herausforderungen bewältigt werden können, sollten Unternehmen vor allem in Weiterbildungsmaßnahmen investieren. Hier spielen nicht nur fachspezifische Fort -und Weiterbildungen eine bedeutende Rolle, sondern auch die Ausbildung von überfachlichen Kompetenzen (Soft Skills).

Karriereseiten und Präsenz in den sozialen Medien
Viele Unternehmen integrieren heute einen Corporate Blog auf ihrer Unternehmenswebseite. Dieser Blog hilft Arbeitgebern dabei, bestehende Mitarbeiter zu binden und potenzielle Mitarbeiter zu gewinnen. Auf diesen Unternehmensblogs können Karriereseiten integriert werden, aber auch Visionen, Leitbilder und spezifische Unternehmenswerte können dadurch nach außen kommuniziert werden. Besonders Betriebsausflüge oder Weihnachtsfeiern sind geeignet, um die Firmenkultur aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Auch vor den sozialen Medien können sich die Unternehmen nicht mehr verstecken. Auf Instagram, Facebook, aber auch auf Xing haben Arbeitgeber die Möglichkeit, direkt mit ihrer Zielgruppe in Verbindung zu treten. Instagram oder Facebook eignen sich besonders, um auf Neuerungen oder Entwicklungen rund um das Unternehmen aufmerksam zu machen. Xing und LinkedIn sind Netzwerke, die zur Mitarbeitergewinnung eingesetzt werden können. Beide Netzwerke, – sowohl Xing als auch LinkedIn – bieten Möglichkeiten an, um Beiträge von Mitarbeitern veröffentlichen zu lassen. Dadurch erhalten bestehende Mitarbeiter Anerkennung, andererseits wird potenziellen Bewerbern ein authentisches Bild des Unternehmens vermittelt.

Fazit:
Ohne zufriedene Mitarbeiter kann sich ein Unternehmen nicht weiterentwickeln. Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen und seinen Werten identifizieren können, sind für Arbeitgeber von zentraler Bedeutung, um die eigene Produktivität voranzutreiben und um ein angenehmes Betriebsklima zu schaffen. Aus diesem Grund ist es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um die Bindung zum Unternehmen zu erhöhen. Dies geschieht nicht nur durch monetäre Anreize, sondern vor allem auch durch nicht-monetäre Anreize. Zu diesen zählen ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement, flexible Arbeitszeiten, Betreuungsangebote oder Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Durch das Bereitstellen zahlreicher Angebote bringt das Unternehmen seine Wertschätzung dem Mitarbeiter gegenüber zum Ausdruck.

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